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Love is within you

Ein Jahr ist es nun her, dass unsere Sternentochter Nanami Minze gleich nach einem Notkaiserschnitt von uns gegangen ist. In Gedenken an dieses für uns einschneidende Erlebnis veröffentlichen wir diesen Blog.

Nachdem wir letztes Jahr das Angebot für eine ADLK-Stelle in Istanbul nicht angenommen hatten, verschickte Moto an mittlerweile über 25 deutsche Auslandsschulen Bewerbungsschreiben per E-Mail mit seinem Lebenslauf. Ernüchternd musste er feststellen, daß fast alle für das kommende Schuljahr 2026/27 keinen Bedarf für sein Tätigkeitsprofil hatten. Wenn es überhaupt Rückmeldungen gab, waren es freundliche Absagen. So war es dann etwas Besonderes als im Dezember doch noch eine Interessenbekundung aus Brüssel kam. Nach einem ermunternden Online-Interview mit den dortigen Verantwortlichen, fuhren wir am Mittwoch vor den Weihnachtsferien, freigestellt von unseren Schulen, mit einem Car-Sharing-Auto Richtung Belgien, um gleichmal festzustellen, dass die Offline-Navigationsapp auf Motos Ipad nur bedingt seine angedachte Funktion erfüllen konnte. So irrten wir nur wenige Kilometer von unserem Ziel entfernt, über eine Stunde in Brüssel umher, bis wir schließlich entnervt spät abends an der internationalen Deutschen Schule Brüssel (iDSB) ankamen. Eigentlich wollten wir entspannt früh abends vor Ort sein, um das alljährliche Highlight der Schule, eine weihnachtliche Konzertveranstaltung, mitzuerleben. Nichtsdestotrotz wurden wir sehr wohlwollend vom Schulleiter begrüßt, der für den darauffolgenden Tag ein abwechslungsreiches Kennenlern-Programm an seiner Schule organisiert hatte. Yasu durfte am Unterricht seiner potentiellen zukünftigen Klasse teilnehmen und Moto erhielt einen ausführlichen Einblick in seine angedachte Position als Leiter der Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung. Anschließend schauten wir uns in aller Ruhe noch Brüssel an. Am dritten und letzten Tag unserer Reise konnten wir als versöhnlichen Ausgleich für unsere verkorkste Ankunft, noch beim fröhlichen Weihnachtsmusizieren der Grundschule der iDSB dabei sein. Danach deckten wir uns noch bei einem dörflichen Bio-Lädchen mit allerlei belgischen veganen Leckereien ein und fuhren diesmal ohne Komplikationen nach Hause.

Yasu hatte der Schnupper-Unterricht sehr gefallen und wir hätten es uns gut vorstellen können ein paar Jahre in Brüssel zu leben. Auch wenn diese Stadt im Vergleich zu Istanbul „nur“ 1,21 Mio. Einwohner hat, hätten wir sicher auch hier eine abwechslungsreiche Zeit erleben können. Letztendlich hatte sich die dortige Schulleitung aber für einen anderen Mitbewerber entschieden, der bereit war die Funktionsleitung von Anfang an zu bewältigen. Moto hätte erst nach einer längeren Eingewöhnungszeit diese Zusatzaufgabe übernommen.

Mittlerweile haben wir uns darauf eingestellt, daß bei uns dieses Jahr wohl kein Umzug mehr ins Ausland stattfindet. Das heißt Yasu darf auch die 2. Klasse in der Uhlandschule miterleben. 

Den eindrucksvoll-knallbunten Jahreswechsel voller Böllergetöse schauten wir uns gemeinsam mit Jonas, Olive und Violet von deren Berliner Wohnung aus an. Wir verbrachten dort entspannte 5 Tage, indem wir z.B. das Legoland Discovery Centre besuchten oder Donuts bei Brammibals vernaschten. 

Die restlichen Weihnachtsferien nutzten wir, nun zum dritten Mal, für eine gesellige Skifreizeit in Schladming. Marie und Christopher hatten netterweise all unsere Skiausrüstungen in ihrem Auto mitgenommen, so dass wir diesmal mit Anke und Matthias in deren Auto nach Österreich fahren konnten. Abseits der Pisten, erlebten wir hier auch einige spannende Spieleabende mit Wizard oder Brändi Dog.

Mitte März fuhren wir für einen Tagesausflug nach Köln zur Bildungsmesse Didacta. Hier konnte sich Moto mit deutschen Auslandschulen und deren Schulleitern persönlich austauschen, die dort ihre Messestände hatten. Es gab einige Schulen, wie u.a. Nairobi und Alexandria, die für das Schuljahr 2027/28 Bedarf an einem Mathematiklehrer hätten. Wir wären weiterhin sehr offen, wenn sich doch noch was Konkretes ergeben würde. Darüber hinaus war die Didacta aber auch ein unterhaltsames Erlebnis insbesondere für Yasu, der den neuesten Robotern beim Fußballspielen zusehen oder das Bällewerfen auf virtuelle Ziele an einer Wand ausprobieren konnte.

Bald ist das erste Schuljahr von Yasu rum. Nach all unseren Bedenken, waren wir angenehm überrascht, wie leicht es war, uns an all die Anforderungen einer deutschen staatlichen Grundschule zu gewöhnen und darüber hinaus noch viel Freude sowie schöne Begegnungen zu haben. Angefangen mit dem Einschulungsgottesdienst sowie -feier mit Oma Anke inklusive musikalischer Performance von den höheren Klassen, vegane Weihnachtskekse-Backen, Teilnahme am hessischen Schulschachturnier, Lego-Projektwoche oder das Klassen-Sommerfest am Main, es gab viel zu erleben. Hinzu gab es noch all die außerschulischen Aktivitäten wie Fußball, Töpfern oder neuerdings Schwimmen, welches uns wöchentlich viel Abwechslung geboten hat. Und wenn das noch nicht genug war, gab es ja noch die Bibliothek, die neben all den unterhaltsamen Büchern auch noch die spannendsten Gesellschaftsspiele zur Ausleihe parat hat. Wir hatten schon viel Spaß mit Spielen wie „Castle Combo“, „Scout“ oder „Next Station: London“.

Nennenswert im Bezug auf unsere Aktivitäten sind noch all die wohltuenden Hot Yoga Stunden, die Lisa, und manchmal auch Moto, in einem Frankfurter Studio über mehrere Monate wahrnehmen konnte, bevor der Betreiber den Laden Ende März aus wirtschaftlichen Gründen wieder schließen mußte. Die Kombination aus Infrarot-Sauna, Yoga-Übungen sowie ansteckender Gute-Laune-Stimmung der Mitarbeitenden hat uns körperlich und mental sehr gut getan.

Desweiteren sind wir weiterhin stolze Nicht-Besitzer eines Handys, auch wenn wir all die Whatsapp-Nachrichten von diversen Gruppen verpassen, in denen wir eigentlich sein sollten. Wir sind aber auch sehr dankbar dafür, dass in dringenden Fällen es meist jemanden gibt, der uns telefonisch oder per E-Mail an den wichtigsten Informationen teilhaben lässt.

Auch mit unserer veganen Ernährungsweise finden wir immer noch genügend Verständnis, so daß auch bei Kindergeburtstagen immer was für Yasu dabei ist.

Bei all dem was mit und um uns herum geschieht, ist nun unsere Sterntochter Nanami Minze dabei. Wir denken immer wieder an sie. Ihr Grab im neuen Offenbacher Friedhof wird regelmäßig besucht und gepflegt. Sie ist so etwas wie ein besinnlicher Ruhepol in unserem manchmal turbulenten Familienleben geworden. In irgendeiner Form wird ihre Seele, so wie wir es glauben, wieder auf die Erde kommen und uns begegnen. Bis dahin und darüber hinaus wollen wir weiter voller Hoffnung und Zuversicht unser Leben so achtsam wie möglich gestalten. 

Möge die Liebe, die in uns allen fließt, uns die nötige Kraft und Ausdauer geben, um die kommenden Herausforderungen gut zu bewältigen und weiter unseren Permakultur-Waldgarten gestalten zu können. Vielleicht ergibt sich dann auch bald wieder ein guter Anlass, dass wir mit Euch allen in unserem Garten feiern können!

Liebe Freunde und Familie, Love is within you, let it flow! 🙂

Eure Familie Watanabe (Lisa, Yasu und Moto)

P.S.: Hier unser neustes Musikvideo und Bilder!

Smiling Anyway

Der Name Nanami Minze begleitet uns schon seit sieben Jahren. Wir wußten damals schon, dass unsere erste Tochter so heißen wird. Nanami bedeutet auf japanisch „Sieben Meere“. Sie wäre ein Kind gewesen, das schon früh mit uns die Welt bereist hätte. Und ihr zweiter Vorname erinnert uns an unseren ersten Kuss, der nach Pfefferminztee schmeckte, den Moto getrunken hatte.

Wir haben lange darauf gewartet bis es sich unsere Tochter Anfang 2025 in Lisas Bauch gemütlich gemacht hatte. Gemeinsam haben wir dann einiges erlebt: Skifahren in Schladming, Familienbesuch in Telgte anlässlich des 91. Geburtstages von Ur-Opa Johannes, jeweils ein Wochenende bei Joe Dispenza in Basel und bei Tante Helen in der Schwäbischen Alb und jeweils eine Frankreich-Urlaubswoche bei Onkel Muzius sowie Freiluftbouldern in Fontaine-Bleu. Im Mai durften wir die Geburtstage von Opa Jürgen und Oma Anke feiern und bei einer veganen Hochzeitsfeier in der „Kaffeemacherei“ von Julia und Matthias dabei sein. 

Unser kleines Seelenwesen hatte da vielleicht schon vorerst ausreichend Schönes vom Erdendasein erlebt. Nun ja, wir können nur vermuten, mit welcher Intention sie zu uns gekommen ist, um bald wieder zurückzukehren.

Nanami Minze wurde am 7.6.2025 nachmittags im Ketteler Krankenhaus Offenbach per Not-Kaiserschnitt geboren und ist auf dem Weg zur OP von uns gegangen. Lisa hatte zuvor eine überperiodenstarke vaginale Blutung und Bauchschmerzen. Sonographisch wurde eine vorzeitige Plazentaablösung mit einem Hämatom von erheblicher Ausdehnung diagnostiziert.

Es war für uns als kleine Familie emotional wohl die intensivste Zeit, die wir bisher erleben durften. Wir hatten das Glück, dass wir gleich, sowohl vom Krankenhauspersonal als auch von Familie und Freunden, viel Unterstützung erhalten haben und sehr verständnisvoll begleitet wurden. Wir waren dankbar dafür, dass wir dazu noch viele liebevolle Worte erhalten und trostspendende Anteilnahme erfahren haben.

Nichtsdestotrotz war, und ist auch noch, dieses einschneidende Erlebnis eine große Herausforderung für uns. Wir haben vieles hinterfragt, haben gezweifelt und waren verzweifelt. Wir waren hin und wieder an unserer nervlichen Belastungsgrenze, um dann noch gerade so rechtzeitig wieder alles loslassen zu können. Nachdem Lisa bereits mit ihrer MS-Diagnose 2014 und den Stillproblemen nach Yasus Geburt 2018 zwei leidvolle Heilungsprozesse durchzustehen hatte, schmeißt das Leben ihr nun einen weiteren noch größeren Felsbrocken vor die Nase, den sie jetzt überwinden darf. Wie anstrengend dieser Weg sein kann, hat sie bereits eine Woche nach der Entbindung erlebt, als sie sich drei Tage lang mit starken Rückbildungsschmerzen auseinandersetzen durfte. Die emotionalen Schmerzen sind zwar nicht so penetrant und intensiv, wie sie bei der Rückbildung waren, werden uns aber dafür wohl noch etwas länger begleiten.

Damit wir als Familie weiter glücklich sein können, bleibt uns wohl nicht viel übrig, als uns dieser Herausforderung mit einem Lächeln zu stellen. Dieser Blog und unser Musikvideo für Nanami Minze helfen uns ein Stück weit dabei, die ganzen Themen, die nun in uns aufkommen, besser zu verarbeiten und weiter zuversichtlich im Hier und Jetzt zu sein. Am Veröffentlichungszeitpunkt wird zeitgleich auch die Gedenkfeier der Sternenkinder mit anschließender Bestattung unserer Tochter auf dem Offenbacher Neuen Friedhof stattgefunden haben.

Wenn wir in den Himmel schauen und die Sterne sehen, werden wir uns mit ihr verbunden fühlen und werden dankbar dafür sein, dass sie uns immer wieder daran erinnert, wie kostbar und wundervoll das Leben auf der Erde sein kann.

Da man bei uns nicht so viele Sterne sieht, reichen auch Blumen in Lila und rosa oder ihr Lied in unserem Herzen zu vernehmen…