Frohköstliche Erlebniswochen

In den restlichen Sommerferien 2019 nach unserem Besuch in Telgte  haben wir uns weiter sehr gut erholt und zugleich sehr viele neue Erkenntnisse sammeln können. Hinsichtlich unseres Grundstücks in Gründau läuft noch der Befriedungsprozess. Bald kommt auch ein kleiner Beitrag dazu in der ZDF-Sendung Terra Express. Mit dem NABU Main-Kinzig-Kreis haben wir angefangen Schritt für Schritt geeignete Naturschutzmaßnahmen vorzunehmen, um die natürliche Artenvielfalt auf unserer Wiese zu fördern. Dabei haben wir tolle Unterstützung von in der Nähe lebenden Pferdebesitzern erhalten, die uns die Wiese kurzfristig schonend gemäht haben.

Die meiste Zeit der Ferien waren wir Zuhause und haben in Besinnlichkeit gelebt. Wir waren oft im Wasser, sei es im Main bei Mühlheim, im Panoramabad in Bornheim, im Gartenbad in Fechenheim, bei Oma Keiko und Opa Norbert im Kahler See oder im Planschbecken auf der idyllischen Gartenwiese von Oma Doro und Opa Jürgen. Wir haben viel musiziert, einige Bücher aus der Bücherei gelesen, von denen die meisten bei den letzten Blogs als Buchtipps auftauchen, täglich frisch gepressten Obst- und Gemüsesaft getrunken und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Zwischen-zeitlich hatten wir das Vergnügen bei Lottis super cooler Geburtstagsfeier auf ihrem beneidenswerten Familiengartengrundstück mit Streuobstwiese zu zelten. Wir waren auch auf einer Demo für die Schließung aller Schlachthäuser in Frankfurt dabei und waren freudig überrascht über die gute Organisation sowie rege engagierte Teilnahme, insbesondere von vielen jungen Menschen.

Moto hat sich zwischenzeitlich 3 Wochen fast ausschließlich von frischgepressten Gemüse- und Obstsäften ernährt, öfters mit Einläufen den Darm gespült und hat zweimal eine Leber-Gallen-Reinigung nach Florian Sauer durchgeführt. Dabei war er die meiste Zeit erstaunlich fit, zeitweise fitter als mit fester Nahrung. Und wieder kam eine ordentliche Portion an Giftstoffen in Form von alten Kotablagerungen und Gallenausscheidungen zusammen, die ihren Weg hinausgefunden haben. Moto ist seitdem nicht nur körperlich sondern auch mental sehr erleichtert und vital.

Eine besondere Woche verbrachten wir wieder bei Sonja Watt im Odenwald. Bei ihrem alljährlichen Rohkost-Sommercamp bei dem wir zum dritten und Yasu zum ersten Mal außerhalb von Lisas Bauch dabei waren, konnten wir erneut ein rohköstliches Gemeinschaftsleben der wundervollsten Art genießen. Jeden Morgen gab uns Heidi mit ihren sanft angeleiteten Yoga- und Meditations-Übungen den nötigen Kick für den Tag. Mindestens ein Mal am Tag knüpften wir einen harmonisierenden Gesangsteppich mit Corinna beim Circle Singing. Hinzu kamen wieder die interessantesten Vorträge und Kursangebote wie etwa Obertonsingen, Gemeinschaftstänze, ganzheitliche Bildung, Augentraining, Selbstversorgergarten, Rohkost-Zubereitung, Feuerritual, Clearing Breath Work, Seelengesang oder auch über DMSO, ein vielseitig einsetzbares, wirksames und kostengünstiges Heilmittel, über das die pharmazeutische Schulmedizin ungern spricht. Eine weitere Besonderheit war die Ceragem-Therapie-Liege die Andreas der Gemeinschaft zur Verfügung stellte und die jeder kostenfrei nutzen konnte, um sich eine erholsame Massage zu gönnen.

Die zahlreichen Kinder auf dem Camp konnten jederzeit sehr aktiv ihre Freizeit gestalten. Wenn sie mal tatsächlich genug davon hatten sich draußen mit ihren Laufrädern, Wasserpistolen, Bällen oder selbst gebastelten Morgensternchen in der freien Natur auszutoben, konnten sie im Haus Kickern, Kneten, Malen, Rohkost-Power-Bällchen mit Nicola zubereiten oder Tischtennis spielen. Beim Kamishibai von Gabriele  konnten sie ihre schauspielerischen Talente unter Beweis stellen, mit Marco & Corinna  wurden neue Lieder erfunden, im nahegelegenen Kneipp-Becken im Wasser spielen, mit Elke wurde auf Alltagsgegenständen getrommelt und bei der Nachtwanderung konnten sie den Sternenhimmel bewundern.

Als jüngster Rohköstling auf dem Camp beobachtete Yasu täglich fasziniert das fröhliche Treiben der größeren Kinder und war sehr glücklich in der Natur zu verweilen. Oft war er damit zufrieden im Gras zu sitzen, die Wildkräuter auszuzupfen und diese zu probieren. Hinzu kamen noch viele beruhigende Spaziergänge im Bondolino durch Wald und Wiese. Er freute sich auch immer wieder über die vielen netten Menschen auf dem Camp, die ihm viel Aufmerksamkeit schenkten. Hochverzückt war er, als er einen aus Wiesenblumen geknüpften Kranz aufgesetzt bekam und somit in der Rohkost-Gemeinschaft willkommen geheißen wurde. Nachts hatten wir immer einen angenehmen Schlaf zu dritt in unserem altbewährten Zelt.

Wie die Rohkost selbst, waren auch die Camp-Teilnehmenden aus ganz Deutschland bunt gemischt: freiwillig Angestellte, zwangsläufig Verbeamtete oder zufällig Selbstständige, gemeinschaftsliebende Singles, Alleinerziehende in Freiheit, Patchwork-Familien oder Teilzeit-Großeltern, jeder mit eigenen Vorlieben und Vorstellungen. Genauso vielfältig waren auch die Übernachtungsvarianten, angefangen vom Ein-Frau-Zelt, umgebauten Feuerwehrauto bis zum modernen Familien-Wohnwagen draußen oder auch gut eingerichteten Familienzimmer drinnen. Nichtsdestotrotz erlebten wir ein sehr harmonisches Miteinander, kaum Stress und dafür sehr viele inspirierende Gesprächsthemen rund um nachhaltiges, erfülltes Leben.

Unser Essen haben wir meist selbst in der geräumigen Gemeinschaftsküche zubereitet. Dabei wurden wieder viele neue Rezeptideen, Bezugsquelleninfos, Küchentipps und -tricks sowie Zutaten ausgetauscht. Wir konnten dabei jeden Tag direkt vor Ort Bio-Rohkost-Lebensmittel überwiegend aus der Region einkaufen. Mit Passioflora verweilte auch ein Direktimporteur bei uns, der weitere sonnengereifte Rohkost-Leckereien wie Avocados, Mangos, Sapote Blanco, Duriane, aber auch Nüsse und Oliven überwiegend aus Spanien zu fairen Preisen verkaufte. Das Sommer-Camp gönnte sich auch den Luxus, frische Kokosnüsse von Dr. Goerg liefern zu lassen, was Groß und Klein sehr erfreute. Aufgrund von Anfragen bezüglich der Ökobilanz von Kokosnüssen, hier ein Link dazu.

Ach ja, hier auch noch eine kurze Zusammenfassung für Interessierte was die Rohkost alles zum Essen anbietet und wie wir vorgehen:

– Obst (über 40000 Arten und Sorten weltweit) frisch und getrocknet
– Gemüse
– Wildkräuter
– Algen (Nori, Chlorella, Spirulina, etc.)
– Nüsse (in Wasser eingeweicht) und deren Rohmuse
– Saaten (Sesam, Hanf, Chia, etc.) und deren kaltgepressten Öle
– Sprossen
– Fermentationsprodukte (Sauerkraut, Cashewjoghurt, Tamari, etc.) sowie
– Gewürze

Die Auswahl in der Rohkost ist erstaunlich vielseitig, mindestens genauso wie die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen dieser Welt. Entsprechend ist gerade für Rohkost-Neulinge die Herausforderung groß für jede Lebensphase eine zufriedenstellende Zusammensetzung für den eigenen Körper und Geist zu finden. Jeder Rohkostweg ist anders und beinhaltet meist eine intensive sowie spannende Auseinandersetzung mit Lebensmitteln der reinsten Form. Mittlerweile gibt es eine sehr große Auswahl an wissenschaftlichen Studien und Erfahrungsberichten in Form von Literatur, Internetseiten oder Videos. Wir sind bisher gut damit gefahren, uns vielseitig zu informieren, alles mal für eine Weile immer mal wieder auszuprobieren, dabei auf unsere Intuition sowie Körpersignale zu achten und mit Freude zu essen. Gerade zu Beginn unseres Lehrpfades hat uns die rohköstliche Verarbeitung in Form von Säften aus einem Slow Juicer, Smoothies und Cremes aus einem Hochleistungsmixer, aber auch Fermentation sehr geholfen, um gleich eine hohe Bekömmlichkeit und effiziente Nährstoffaufnahme zu erhalten.

Beim Rohkost-Camp haben wir uns oft einfach mit einen Korb voll mit frischen Obst und Gemüse auf die Wiese gesetzt. Wir haben dann alle drei nach Lust und Laune ohne großen Zubereitungs- und Abwaschaufwand gegessen worauf wir Lust hatten. Herrlich, das werden wir wohl jetzt öfters machen! Andererseits hatten wir auch unsere Gaumenfreude durch die Zubereitung von exquisiten Gourmet-Rohkost-Gerichten, wie etwa einer Wildkräuter-Quiche oder einer Buchweizencreme. Das Rohkost-Sommercamp ist mittlerweile ein fest eingeplantes Sommerferien-Highlight für uns. Wir freuen uns die wachsende Gemeinschaft jedes Jahr wieder zu sehen. Wir danken der bewundernswerten Sonja Watt für ihr motivierendes Engagement voller Liebe und Enthusiasmus mit der sie unsere Welt aufblühen lässt!

Am Ende der ersten Sommerferien von Yasu hatten wir noch einen ganz besonderen Besuch aus Frankreich. Die Großfamilie Dietzmann mit Sandra, Muzius, Kyana, Eiryne, Angie und Tao hatte sich auf den Weg gemacht, um quer durch Deutschland zu reisen. Bei ihrem mehrtägigen Zwischenstopp bei uns hatten wir eine Riesengaudi. Wir haben die Spielplätze der Umgebung unsicher gemacht, am Bahnhof gemeinsam musiziert und Yasu wurde mit Extra-Kuschel-und Knuddel-Einheiten beglückt. Wenn man bedenkt, dass Motos Familie lange Zeit nur aus seiner Mutter Keiko und ihm bestand, war es ein wundervolles Ereignis beim gemeinsamen Familienessen am Kahler See bei Oma Keiko und Opa Norbert zum ersten Mal mit sechs Erwachsenen sowie drei Kinder am Tisch zu sitzen. Ein paar Tage zuvor hatte Lisa ihren letzten Auftritt mit ihren Freundinnen vom Flötenspektakel bei Musik im Park in Rumpenheim. Nach rund 10 unvergesslich schönen lehrreichen Jahren beginnt ein neuer musikalischer Abschnitt fern des Übens und Einstudierens. Spontane Klänge, gemeinsames Improvisieren und fröhliches Beisammensein kennzeichnen ab jetzt ihre Idee von Musik. Om singen im Kreis, miteinander Atmen, sich anbinden und Melodien empfangen, gemeinsam im Hier und Jetzt sein, Klangteppiche weben, Familienband  – all das und noch mehr erfüllt sie mit Freude.

Wir sind unendlich dankbar so schöne Sommerferien mit Yasu erlebt zu haben und freuen uns auf die unzähligen weiteren Sommerferien die noch kommen werden!

Mit ganz lieben Grüßen,

Lisa, Yasu und Moto

P.S.: Am Sonntag dem  8. September findet in Rahmen der Klimagourmet-Wochen ab 11 Uhr ein Rohkost-Potluck für alle Interessierte statt. Weitere Infos hier.

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