Exitplan à la Goethe

„Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

Johann Wolfgang von Goethe

Wir sind davon ausgegangen, dass es mittlerweile allen klar ist, wie aufgeschlossen wir sind für alles Fremde und Neue. In der jetzigen Zeit scheint es als alternativ-orientierte Familie dennoch ratsam zu sein, immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir wirklich eine Multikulti-Gesellschaft bevorzugen und nicht mit rechts-orientierten Menschen sympathisieren. Mindestens genauso wichtig ist es deutlich zu machen, dass wir keine Verschwörungstheorien oder Sekten benötigen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis wir das wieder verdeutlichen müssen. Das Blogger-Dasein hat so seine Tücken. Wie wird es erst sein, wenn wir unseren Youtube-Kanal mit Musikvideos ausweiten und unser Buch veröffentlichen? Wir nehmen auf jeden Fall jede Art von Feedback sportlich und sind dankbar für die damit verbundene zusätzliche Motivation unser Handeln wieder mit einem Blog zu rechtfertigen.

Für dieses Mal scheint unser Besuch bei den Querdenkern einigen unserer Leserinnen und Lesern Assoziationen ausgelöst zu haben, dass wir vielleicht doch in die rechte und/oder verschwörungstheoretische Ecke abgerutscht sind. Zugegebener Weise haben wir anfänglich alle öffentlichen Corona-kritischen Veranstaltungen vermieden, weil wir von den gängigen Medien den Eindruck hatten, dass sich dort überwiegend braungefärbte und unseriöse Gruppierungen tummeln, die nicht allzu ernst genommen werden können. Nachdem aber viele von unseren Multikulti-Freunden positiv von den „Querdenken“-Veranstaltungen berichteten, wagten wir es selbst mal dabei zu sein. Wir vergewisserten uns zuvor, dass zumindest die Veranstalter sowie die Vortragenden frei von fragwürdigen Gesinnungen sind und schauten uns ihre Webseite an. Mit ihrem Manifest konnten wir zumindest auf öffentlicher Seite sicher sein, dass sie nur friedliche Absichten hatten. Wir waren mittlerweile in Darmstadt, Berlin und zuletzt in Frankfurt dabei. Bei allen drei Veranstaltungen können wir nun bestätigen, dass dort überwiegend aufgeschlossene Menschen wie wir sind, die gerne die Welt für unsere Kinder etwas besser gestalten wollen. Wir haben stets eine multikulturelle seriöse Veranstaltung erlebt, die fernab von Rassismus und/oder skurrilen Verschwörungstheorien ist. Die Reden, die wir mitgekommen haben, waren allesamt amüsant sowie erhellend. Weniger gefallen haben uns die teils heftigen Seitenhiebe in Form von ironisch gemeinten Äußerungen gegen die Politik, Medien und Lobbyisten, auch wenn wir die damit verbundene Kritik verstehen. Jede Berufsgruppe versucht das Beste für die Gesellschaft und macht Fehler. Wir wollen uns über niemanden höher stellen oder uns über sie lustig machen.

Die Moderation wurde jedes Mal von Nana Lifestyler übernommen, ein durch und durch liebenswürdiger sowie motivierender Mensch mit ghanaischen Wurzeln. Wir freuen uns, dass er uns erlaubt hat, seine Animationskünste auf unserem ersten Musikvideo zeigen zu dürfen. Auch das Informationsmaterial, das wir mitnehmen durften, war leicht verständlich und schlüssig geschrieben. Ein, zwei Mal haben wir tatsächlich jemanden mit einer Deutschlandflagge gesehen oder auch Leute, die Bill Gates nicht ganz so wohlgesonnen waren, aber das waren bei den Veranstaltungen die Minderheiten. Wir würden davon ausgehen, dass bei jeder Großveranstaltung, sei es im Fußballstadion, auf Straßenfesten oder bei anderen Demos mindestens genauso viele Rechte und andere dubiose Gestalten zu finden sind.

Vielleicht war es ja schon immer so, aber in unserer heutigen Medienlandschaft erleben wir oft das Phänomen, dass gern ausgiebig über die schlimmsten Sonderfälle berichtet wird und weniger über die in der Regel positiv verlaufenden Ereignisse. Sei es das Thema Flüchtlinge, vegane Rohkost, Hausgeburt oder Selbstversorger. Stets findet man abschreckende Artikel über Einzelfälle. So werden auch immer wieder die wenigen unsympathischen Krawallmacher von Großdemos hervorgehoben. Letztendlich sind wir Konsumenten selbst verantwortlich für dieses Nachrichtenangebot. Diese ganzen Berichte über Ausnahmefälle werden ja auch gern gehört oder gelesen. Wichtig ist, dass wir bewusst bleiben, dass wir ansonsten über die meiste Zeit in einer friedvollen, gesunden und glücklichen Welt leben.

Weil in den üblichen Medien wenig oder gar nicht über die Inhalte der von uns besuchten drei Veranstaltungen gesprochen wird, haben wir uns den Aufwand gemacht, die wesentlichen Informationen von dort zusammen zu fassen. Ein Großteil der Teilnehmenden erhofft sich im Prinzip und sobald wie möglich folgende Aussage von der Bundesregierung:

„Hallo Leute, vielen Dank für euer bisheriges Vertrauen und dass ihr all unsere Maßnahmen tapfer mitgemacht habt. Wir haben uns heute entschlossen, alle gesetzlich verpflichtenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens für die Gesundheit aufzuheben. Es hat sich gezeigt, dass in der Regel eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ungefährlich ist. Auch wenn man zur sogenannten Risikogruppe gehört, heißt es noch lange nicht, dass man langfristige Folgeschäden davon trägt oder gar daran stirbt. Bei dem Marathonläufer, der ohne besondere Vorerkrankungen gestorben ist und ähnlichen Vorfällen, handelt es sich um Ausnahmen und es ist auch gar nicht klar ob sie nicht doch nur mit und nicht an Corona gestorben sind. Sollte es dennoch zuschwerwiegenderen Verläufen kommen, haben wir genügend fachliches Personal und Räumlichkeiten parat, die euch helfen werden. Solche Ausnahmezustände wie in Italien können bei uns nicht auftreten. Wir haben hier optimale Rahmenbedingungen geschaffen. Wer sich dennoch Sorgen macht, kann gern weiter Schutzmasken tragen, Großveranstaltungen meiden und den Mindestabstand zu anderen Menschen halten. Wir werden dafür sorgen, dass genügend klinisch wirksame Schutzmasken vorhanden sind und diese von den Krankenkassen bezahlt werden. Auch das Arbeiten von Zuhause werden wir weiter gutheißen. Achtet dennoch darauf, dass ihr oft im Freien seid und viel Sonnenkraft tankt. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Ansteckungsgefahr in der freien Natur am geringsten ist und Menschen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung weniger an Corona-Erkrankungen leiden mussten.

Wir werden uns auch dafür einsetzen, dass in Zukunft nur noch die landwirtschaftlichen Betriebe, die eine ökologisch nachhaltige Anbaumethoden sowie eine weitgehend artgerechte Tierhaltung betreiben, staatlich gefördert werden. Entsprechend werden wir auch die Verringerung des allgemeinen Fleischkonsums tatkräftig unterstützen, ohne euch aber vorzuschreiben, was ihr essen sollt. Wir werden nur die nötigen Anreize setzen und faire Preise sicherstellen. Einerseits können wir damit eine gesündere Ernährung ohne Schadstoff-Rückstände in der Gesellschaft etablieren und andererseits vermeiden wir durch den Abbau der Massentierhaltung die Entstehung sowie Vermehrung von allen möglichen Seuchen.

Wir haben auch beschlossen PCR-Tests nicht mehr finanziell zu fördern oder gar euch diese aufzuzwingen. Testwiederholungen haben gezeigt, dass die Methode nicht immer akkurat ist und auch keine Krankheitsverläufe vorhersagen kann. Zudem hat er keine Aussagekraft über die tatsächliche Ansteckungsgefahr, die von der Testperson ausgeht. Ebenso wollen wir die Berichterstattung zu diesem Thema auf ein Minimum reduzieren. Damit wollen wir eine unnötige Verunsicherung vermeiden. Wer dennoch Interesse hat, kann sich gern bei den jeweiligen Instituten, wie dem statistischen Bundesamt oder dem Robert-Koch-Institut informieren.

Wir hoffen sehr, dass ihr unsere Entscheidung nachvollziehen könnt. Wir wollen damit auch erreichen, dass Kinder wieder Kinder sein dürfen und uns Erwachsene wieder als selbstbewusste Vorbilder erleben und auch wirklich sehen können. Wir wollen auch das Miteinander wieder mehr kultivieren. Genauso wenig wie wir uns vor Menschen aus anderen Kulturen fürchten müssen, sollten wir auch keine Angst vor Ansteckungen haben. Anfänglich ist eine Ansteckung oft unangenehm und ist mit Unwohlsein verbunden. Aber in der Regel kann der Körper damit umgehen und „lernt“ dabei noch etwas dazu. Es findet eine innere Reinigung statt und die nötigen Antikörper werden gebildet. Genauso wie wenn wir fremde Menschen kennenlernen. Anfangs ist die Kommunikation schwierig und es können Missverständnisse oder gar Unannehmlichkeiten entstehen. Aber meist verbessert sich die Verständigung und plötzlich hat man eine dicke Freundschaft aufgebaut. So wie Moto, unser neuer politscher Berater, der zu seinen Schulzeiten Kourosh kennenlernte, der damals aufgrund eines unnötigen Krieges aus dem Iran kam und noch kein Deutsch sprach. Kourosh ist jetzt einer seiner treuesten Freunde.

Ach ja, hier noch eine Botschaft an alle Verschwörungstheoretiker. Uns ist bewusst, dass wir nicht immer optimal reagiert oder informiert haben und ihr euch deshalb die wildesten Vermutungen aufgestellt habt, warum wir all die teils drastischen Handlungen durchgeführt haben. Habt bitte Verständnis. Wir sind auch nur Menschen und sind auch manchmal überfordert. Wir können euch aber versichern, dass wir keine Machenschaften bewusst unterstützen. Wir werden auch in Zukunft darauf achten, dass Menschen mit mehr Geld keine gesellschaftlichen Entscheidungen durchsetzen können, die nachteilig für die Gesamtbevölkerung sind. Wir nehmen entsprechend eure Sorgen ernst. Stellt deshalb bitte keine voreiligen Annahmen mehr und baut euch damit ein negatives Gedankenkonstrukt auf. Damit erschwert ihr euch euer Leben nur selbst und es hilft niemanden. Setzt eure Energie stattdessen auf eine Etablierung einer friedvollen Gemeinschaft voller Mut und Zuversicht ein! So bleiben wir geistig und körperlich langfristig gesund! Gemeinsam schaffen wir es!“

Mit ganz lieben Grüßen,

Lisa, Yasu und Moto

P.S.: Mittlerweile gibt es einige Leute, die glauben, dass es überhaupt keine Viren gibt. Falls ihr diese Menschen, die öfters mal auch als „Corona-Leugner“ betitelt werden, besser verstehen wollt, könnt ihr euch folgendes Interview mit Dr. Lanka In „die Wurzel“ als PDF-Datei herunterladen und lesen.

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